1. Gassho
Falten Sie die Handflächen und Finger
beider Hände. "Gassho" drückt Respekt, Vertrauen und
Verehrung aus. Werden beide Hände (Symbol der Dualität) zusammengefügt,
wird dadurch der Einklang mit dem Einen Geist" ausgedrückt.
2. Shashu
Legen Sie den Daumen Ihrer linken Hand in
die Mitte der Handfläche und bilden Sie eine Faust. Halten Sie die Faust
vor Ihren Brustkorb. Legen Sie die rechte Hand auf Ihre Faust, dabei liegen Ihre
Ellbogen nicht am Körper an. Faust, Ellbogen und Unterarme bilden eine
gerade Linie.
3. Rin'i-monjin
An Ihrem Sitzkissen verbeugen Sie sich mit "Gassho"
vor Ihrem Platz und drehen sich anschließend im Uhrzeigersinn.
4. Taiza-monjin
Verbeugen sich mit "Gassho" in
Richtung der gegenüberliegenden Seite der Halle bzw. des Raumes.
5.
Kekka-fuza (Lotossitz)
Legen Sie Ihren rechten Fuß auf Ihren
linken Oberschenkel und Ihren linken Fuß auf den rechten.
6. Hanka-huza (halber Lotossitz)
Sollte Ihnen "Kekka-fuza", der
volle Lotossitz, nicht gelingen, so legen Sie nur Ihren linken Fuß auf
Ihren rechten Oberschenkel.
7. Stellung des Körpers
Sitzen Sie gerade und lehnen Sie sich weder
nach rechts, links, vorn oder zurück.
8. Hokkai-jouin
Legen Sie Ihren rechten Handrücken auf
Ihren linken Fuß und den linken Handrücken auf Ihre rechte Hand. Die
Spitzen Ihrer Daumen sollten sich leicht berühren.
9. Die Augen
Halten Sie Ihre Augen leicht geöffnet
und den Blick mit einem Winkel von 45° auf den Boden gerichtet. Fixieren
Sie keinen festen Punkt. Wenn Ihre Augen geschlossen sind, können Sie schläfrig
werden und sich in Tagträume verlieren.
10. Kanki-issoku
(Atmen Sie vollständig aus und wieder
ein). Atmen Sie leise, tief und kraftvoll ein und aus. Öffnen Sie leicht
Ihren Mund und atmen Sie langsam und gleichmäßig ein. Um die Luft
aus Ihren Lungen zu lassen, atmen Sie vom Bauch heraus aus. Schließen Sie
dann Ihren Mund und atmen Sie durch die Nase natürlich ein. Diesen Vorgang
nennt man "Kanki-issoku".
11. Der Mund
Halten Sie Ihren Mund geschlossen, legen Sie
Ihre Zunge an den Gaumen vor die oberen Schneidezähne.
12. Sayu-youshin
Setzen Sie sich mit gerader Wirbelsäule
auf das ZAFU (Kissen). Wiegen Sie den Körper von einer Seite auf die
andere. Lassen Sie den Körper ausschwingen bis Sie gerade und unbeweglich
sitzen.
13. Das Bewußtsein (Kakusoku)
Konzentrieren Sie sich nicht auf einen
bestimmten Gegenstand und kontrollieren Sie nicht Ihre Gedanken. Sobald Sie eine
geeignete Sitzposition gefunden haben und Ihr Atem gleichmäßig geht,
wird auch Ihr Geist ruhig. Wenn Ihnen verschiedene Gedanken durch den Kopf
rasen, lassen Sie sie nicht verweilen und kämpfen Sie nicht gegen sie an.
Lassen Sie sie vorüberziehen. Erlauben Sie ihnen zu kommen und zu gehen.
Das wichtigste bei ZAZEN ist, sich nicht ablenken zu lassen und immer mehr in
die richtige Haltung zu kommen.
14. Die Glocke (Der Gong)
Die Glocke wird geschlagen, um den Beginn
und das Ende des ZAZEN anzukündigen. Wenn ZAZEN beginnt, ertönt die
Glocke dreimal (Shijyosho). Wenn KINHIN beginnt, zweimal (Kinhinsho). Wenn
KINHIN beendet wird, läutet die Glocke einmal (Chukaisho). Einmal ertönt
die Glocke ebenfalls, wenn ZAZEN beendet ist (Hozensho).
ABLAUF:
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Beginn des ZAZEN
(Shijyosho) (3 Gongschläge)Klang: (wav:114k)
--- ca. 40 Minuten (für Anfänger max. 20 Minuten) ---
Beginn des KINHIN (Kinhinsho)
--- ca. 10 Minuten ---
Weiter mit
Beginn des ZAZEN (mehrere Male wiederholen)
Ende des ZAZEN (Chukaisho)
15. Kyousaku
Beginnt mit GASSHO auf Verlangen des
Meditierenden und wird bei uns meist nur während eines Sesshin (einer Zeit
intensiven Übens) praktiziert. Verbeugen Sie sich, wenn Sie der JIKIDO
(Leiter) mit dem KYOSAKU (Stab) an der Schulter berührt, neigen Sie Ihren
Kopf nach links und verweilen Sie in Gassho während des Schlages auf beide
Schultern. Heben Sie anschließend Ihren Kopf und verbeugen Sie sich. Der
JIKIDO verbeugt sich hinter Ihnen und hält den Stab mit beiden Händen.
16. Kinhin
Halten Sie Ihre Hände in Shashu-Haltung
und machen Sie einen halben Schritt für jeden Atemzug.
17.
Ende
Wenn Sie ZAZEN beenden, verbeugen Sie sich
mit Gassho. Halten Sie Ihre Hände gegeneinander, schwingen Sie Ihren Körper
einige Male, zuerst wenig, und dann kräftiger. Atmen Sie tief ein.
Entspannen Sie Ihre Beine. Bewegen Sie sich langsam, besonders dann, wenn Ihre
Beine eingeschlafen sind. Stehen Sie nicht abrupt auf. Richten Sie Ihr ZAFU,
verlassen Sie Ihren Platz und gehen Sie zu dem Ausgang, durch den Sie
eingetreten sind.
Original der Illustrationen und Ausführungen
sind Soto-shumucho's.
Deutsch von Rita Müller und Hermann Jordan,
Dortmund.